MD 9240 Leistungsmesszange Betrieb
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Modus HOLD
Der Modus Hold (Halten) friert die Anzeige zum späteren Betrachten ein. Wenn
irgendeine Funktion automatisch oder von Hand gewählt ist, schaltet ein kurzer Druck
auf die Taste HOLD in diesen Modus (und zurück). Das Symbol „ “ geht an.
Anmerkungen zu Verschiebungs-Leistungsfaktor und Gesamtleistungsfaktor
Einführung: Leistung ist die Energieveränderung über die Zeit (betreffend
Spannung V und Strom A). Die Augenblicks- (Wirk-) Leistung p = ui, wobei u die
Augenblicksspannung und i der Augenblicksstrom sind. Die durchschnittliche
(Wirk-) Leistung ist der Mittelwert von ui und ergibt sich aus:
P = ω/2π∫ui dt über das Intervall 0 bis 2π/ω
Verschiebungs-Leistungsfaktor (herkömmlicher): Angenommen, V und A
seien reine sinusförmige Wellenformen ohne Oberwellen (wie in den meisten
herkömmlichen Fällen), das heißt, u = U sinωt and i = I sin (ωt -θ); der
Ausdruck kann vereinfacht werden zu:
P = 1/2 x U x I x Cosθ, wobei U und I die Spitzenwerte sind, θ der
Verschiebungs-Leistungsfaktorwinkel und Cos θ der Verschiebungs-
Leistungsfaktor ist. Unter Verwendung von Effektivwerten wird der Ausdruck
geschrieben als:
P = V
eff
x A
eff
x Cosθ
Praktisch wird θ in solchen Fällen ohne Oberwellen auch der
Phasenverschiebungswinkel des Stroms A zur Spannung V genannt. Bei einem
induktiven Stromkreis wird gesagt, dass er einen nacheilenden Leistungsfaktor
habe, da der Strom A der Spannung V nacheilt (Phasenwinkel θ und damit Sin
θ sind beide „+“), und bei einem kapazitiven Stromkreis sagt man, er habe einen
voreilenden Leistungsfaktor, da der Strom A der Spannung V voreilt
(Phasenwinkel θ und damit Sinθ sind beide „-“).
Gesamtleistungsfaktor (bei Auftreten von Oberwellen): Beim Auftreten von
verzerrten Wellenformen mit Oberwellen sollte jedoch der vereinfachte
Leistungsausdruck nicht verwendet werden, da ein Ersetzen der oben erwähnten
reinen sinusförmigen Funktionen V und A nicht die tatsächlichen Bedingungen
erfüllen kann. Der Cosinus des Phasenwinkels (Cos
θ
) oder der Verschiebungs-
Leistungsfaktor ist nicht mehr die einzige Komponente, aus der Gesamt-
Leistungsfaktor besteht. Oberwellen erhöhen tatsächlich die Scheinleistung und
verringern so den Gesamt-Leistungsfaktor. Das heißt, der Gesamt-
Leistungsfaktor wird tatsächlich sowohl vom Phasenverschiebungswinkel als
auch von den Oberwellen beeinflusst und wird durch folgenden Ausdruck
angegeben:
Gesamt-Leistungsfaktor (PF) = Wirkleistung (W) / Scheinleistung (VA)
Um den Leistungsfaktor des Gesamtsystems zu verbessern, muss sich ein Ingenieur für
ein heutiges Leistungssystem sowohl um Phasenverschiebungs- als auch um
Oberwellenprobleme kümmern. In der Praxis sollten Oberwellen behandelt (z. B.
weggefiltert) werden, bevor die Phasenverschiebung korrigiert wird (z. B. durch
Parallelschalten von Kondensatoren zu induktiven Lasten).