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PRINZIPIELLE ARBEITSWEISE
Atemregler senken den als Einlaßdruck bezeichneten Flaschendruck auf einen atembaren Druck. Moderne Atemregler erreichen dies in zwei
Stufen, die durch einen Schlauch miteinander verbunden sind. Die erste Stufe liefert Druckluft an die zweite Stufe. Dieser verminderte Druck
(Mitteldruck) bleibt während des Tauchgangs trotz des deutlich veränderten Einlaßdrucks aus der Flasche (von 200/300 auf wenige zehn bar
sinkend) konstant. Die zweite Stufe senkt den Druck auf Umgebungsdruck und liefert immer dann Luft, wenn der Taucher einatmet. Jede
Stufe des Atemreglers enthält ein Ventil. Während der Einatmung sinkt der Druck im Gehäuseinneren, so daß (zu Beginn der Einatmung) an
der Membran ein Druckgefälle (Ungleichgewicht) entsteht. Dadurch wölbt sich die Membran nach innen, berührt den Bedarfshebel und öffnet
das Ventil der zweiten Stufe. Luft strömt so lange in das Gehäuse, bis wieder ein Druckgleichgewicht besteht (Ende der Einatmung).
ERSTE STUFE
Damit eine zweite Stufe ordnungsgemäß funktionieren kann, muß sie von der ersten Stufe mit korrektem Mitteldruck versorgt werden.
Diese Eigenschaft aller ersten Stufen von MARES ist für die optimale Einstellung der zweiten Stufe entscheidend, um während des
gesamten Tauchgangs eine vom Flaschendruck unabhängige, perfekte Leistung erzielen zu können. Entsprechend EN 250: 2000 können alle
ersten Stufen von MARES über einen mit Gewinde versehenen DIN 477/13 Anschluß (Maximaldruck 200 bar), DIN 477/50 Anschluß
(Maximaldruck 300 bar), oder einen internationalen CGA 850 Bügeladapter (INT) (Maximaldruck 232 bar) an der Flasche angeschlossen werden.
ZWEITE STUFE
Die zweite Stufe liefert nur dann Luft auf Umgebungsdruck, wenn der Taucher einatmet. Die in Abb. 4 gezeigte zweite Stufe
veranschaulicht dieses Prinzip. Wenn der Taucher einatmet, sinkt der Druck im Gehäuseinneren, so daß an der Membran ein Druckgefälle
(Ungleichgewicht) entsteht. Dadurch wölbt sich die Membran nach innen, berührt den Bedarfshebel und öffnet das Ventil der zweiten
Stufe. Die Luft strömt so lange in das Gehäuse (und damit zum Taucher), bis sich durch Beendigung der Einatmung im Gehäuse wieder
Druck aufbaut, der die Membran in die entgegengesetzte Richtung bewegt, so daß sich das Ventil schließen kann und die Luftzufuhr
unterbrochen wird.
Abyss Erste Stufe (MR22) (Abb. 2)
Die membrangesteuerte erste Stufe Abyss (MR22) ist mit DFC System und einem auswechselbaren HP-Ventilsitz ausgestattet. Für das
Ventil übernehmen wir für 200 Tauchgänge bzw. 2 Jahre Garantie.
Kompaktes Gehäuse in modernem, durchdachtem Design, aus heissgeschmiedetem, vernickeltem und verchromtem Messing.
Ein Mitteldruckanschluss für den Hauptatemregler, drei weitere Mitteldruckanschlüsse und zwei Hochdruckanschlüsse mit 7/16'' UNF
Gewinde.
Die 45° Neigung der HP-Anschlüsse ist nicht nur für den Schlauchverlauf besonders günstig, sondern auch zum Anbringen der
Sendeeinheit eines luftintegrierten schlauchlosen Tauchcomputers.
DFC System
Das DFC-System in der ersten Stufe Abyss (MR22) minimiert den Druckabfall, der während der Einatemphase in allen ersten Stufen
auftritt (Abb. 3). Dieses Phänomen wird vor allem dann deutlich, wenn eine höhere Luftlieferleistung vom Atemregler gefordert wird. Daher
ist die Atemarbeit mit dem DFC System besonders auf Tiefe und unter extremeren Bedingungen spürbar geringer. Der für den
Hauptautomaten vorgesehene Mitteldruckanschluß an der ersten Stufe Abyss (MR22) ist mit DFC System ausgestattet, die anderen
Mitteldruckanschlüsse (für Oktopus, LP-Inflator, etc. sind Standardanschlüsse.
CWD Kit
Für die Verwendung unter besonders erschwerten Bedingungen und den professionellen Einsatz in kaltem Wasser kann die erste Stufe
Abyss (MR22) mit einem CWD Kit ausgerüstet werden, das alle inneren Teile der ersten Stufe vor Wasserkontakt schützt. Das CWD Kit
darf ausschließlich in autorisierten MARES Service Centern montiert werden.
Zweite Stufe Abyss
Die mit V.A.D. System ausgestattete zweite Stufe des Abyss besteht aus vernickeltem und verchromtem Messing. Dieses Material bietet
eine Reihe von Vorzügen, z.B.: Absolute Robustheit
Dünnere Wandungen, daher kompakte Abmessungen ohne auf eine kleinere Membran zurückgreifen zu müssen; dadurch geringerer
Wasserwiderstand.
Vereisungsschutz, der durch die gute Wärmeleitfähigkeit des Metalls zusätzlich unterstützt wird.
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WARNUNG
WARNUNG: Aus Sicherheitsgründen muß das am Atemregler montierte Finimeter / Hochdruckgerät der Euronorm EN 250:
2000 entsprechen. Nach dieser Norm darf der maximal zulässige Luftfluß durch den Anschluß der ersten Stufe bei einem
Upstream-Druck von 100 bar 100 l/min nicht überteigen. Wenn Sie ein gemäß Euronorm EN 250: 1993 oder einer anderen
Spezifikation geprüftes Finimeter / Hochdruckgerät besitzen, sehen Sie bitte nach, ob diese Werte in der
Bedienungsanleitung angegeben sind. Die Verwendung eines Finimeters / Hochdruckgeräts, das die Anforderungen der
Euronorm EN 250: 2000 nicht erfüllt bzw. auf dem der maximal zulässige Luftfluß durch den Anschluß der ersten Stufe
nicht angegeben ist, kann schwere Unfälle verursachen.
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WARNUNG
Aus Sicherheitsgründen dürfen nur zweite Stufen als alternative Luftversorgung an die erste Stufe angeschlossen werden,
die von MARES als Oktopus zugelassen sind. Wird eine andere zweite Stufe als Oktopus angeschlossen, übernimmt der
Hersteller keine Haftung für Personen- und Sachschäden. Die als MARES Oktopus zugelassenen zweiten Stufen wurden
konstruiert und geprüft, um an der ersten Stufe an einem ANDEREN Mitteldruckanschluß als dem für den Hauptatemregler
vorgesehenen Hauptanschluß angeschlossen zu werden. Eine als Oktopus zugelassene zweite Stufen DARF NICHT als
Hauptautomat verwendet werden und darf unter keinen Umständen an den für den Hauptatemregler vorgesehenen
Hauptanschluß angeschlossen werden.