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| GEBRAUCHSANWEISUNG proGAV 2.0 GEBRAUCHSANWEISUNG |proGAV 2.0
DE DE
INDIKATION
Das proGAV 2.0 dient zur Liquordrainage bei
der Behandlung des Hydrocephalus.
TECHNISCHE BESCHREIBUNG
Das proGAV 2.0 ist ein aus Titan gefertigtes
Ventil. Es besteht aus einer verstellbaren Diffe-
renzdruckeinheit und einer Gravitationseinheit
(Abb. 1).
Die verstellbare Differenzdruckeinheit besteht
aus einem stabilen Titangehäuse, in dessen
proximalem Teil ein bewährtes Kugel-Konus-
Ventil (1) integriert ist. Eine Stabfeder (2) be-
stimmt den Öffnungsdruck dieser Einheit. Über
einen drehbar gelagerten Rotor (3) kann die
Vorspannung der Feder und damit der Ventil-
öffnungsdruck durch die Haut verstellt werden.
Wesentliche Bestandteile der Gravitations-
einheit sind eine Tantalkugel (4), die den Öff-
nungsdruck, je nach Körperlage, dieses Ventils
bestimmt und eine Saphirkugel (5), die den prä-
zisen Verschluss garantiert.
ARBEITSWEISE DES VENTILS
Das proGAV 2.0 ist ein lageabhängig arbeiten-
des Hydrocephalusventil. Der Öffnungsdruck
des proGAV 2.0 setzt sich aus den Öffnungs-
drücken der verstellbaren Differenzdruckeinheit
und der Gravitationseinheit zusammen.
Horizontale Körperposition
Die Gravitationseinheit ist in der liegenden Kör-
perposition immer geöffnet und stellt keinen
Widerstand dar.
Abb. 2: Gravitationseinheit in horizontaler
Körperposition
Demnach ist der Öffnungsdruck des
proGAV 2.0 in der horizontalen Körperposi-
tion durch die verstellbare Differenzdruckeinheit
charakterisiert. Die prinzipielle Arbeitsweise der
verstellbaren Differenzdruckeinheit ist in Abb.
3a und b dargestellt. In Abb. 3a ist sie ge-
schlossen, sodass keine Drainage möglich ist.
In Abb. 3b ist die verstellbare Differenzdruckein-
heit im geöffneten Zustand abgebildet.
a)
b)
Abb. 3: Verstellbare Differenzdruckeinheit
in horizontaler Körperposition
a) geschlossen b) offen
Der intraventrikuläre Druck (IVP) des Patienten
ist erhöht und die Federkraft, die die Differenz-
druckeinheit sonst geschlossen hält, ist über-
wunden. Jetzt bewegt sich die Verschlusskugel
aus dem Konus und ein Spalt zur Liquordraina-
ge wird freigegeben.
Vertikale Körperposition
In dem Moment, in dem sich der Patient auf-
richtet, schließt die Gravitationseinheit (Abb.
4a). Der Öffnungsdruck des proGAV 2.0 wird
somit stark erhöht, denn nun muss zusätzlich
zum Öffnungsdruck der verstellbaren Differenz-
druckeinheit die Gewichtskraft der Tantalkugel
(Öffnungsdruck der Gravitationseinheit) über-
wunden werden. Erst wenn die Summe aus
IVP und und hydrostatischem Druck den Öff-
nungsdruck beider Einheiten übersteigt, ist eine
Drainage erneut möglich (Abb. 4b).
a) b)
Abb. 4: Gravitationseinheit in vertikaler Körperposition
a) geschlossen b) offen
Bei körperlicher Aktivität, die mit Erschütterung
einher geht - wie z.B. Joggen - kann sich der
Öffnungsdruck des proGAV 2.0 gemäß Labor-
ergebnissen temporär um 25% bis 35% ver-
ringern. Dies betrifft das Einzelventil wie auch
die Kombination mit einer Gravitationseinheit.
Grundsätzlich bleibt die Funktionalität erhalten.
Mit dem Ende der körperlichen Aktivität kehrt
der usprüngliche Öffnungsdruck stabil zurück.
AUSWAHL DER GEEIGNETEN
DRUCKSTUFE
Horizontale Körperposition
Der Öffnungsdruck für die horizontale Körper-
position wird durch die verstellbare Differenz-
druckeinheit errreicht. Die Druckstufe sollte hier
je nach Krankheitsbild und Indikation eingestellt
werden. Abhängig vom Krankheitsbild und Al-
ter des Patienten kann der Öffnungsdruck für
diese Körperposition zwischen den Druckstufen
0 und 20 cmH
2
O gewählt werden.
1 Saphirkugel
2 Stabfeder
3 Rotor
4 Tantalkugel
5 Saphirkugel
Abb. 1: proGAV 2.0 im Querschnitt
4
5
verstellbare Differenzdruckeinheit
Gravitationseinheit
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2
3