VIRUS CLASSIC BEDIENUNGSANLEITUNG 209
Einführung
Die folgenden 62 Wellenformen sind identisch mit den digitalen Waves aus der Oszillatorsektion,
und können für interessante rhythmische Effekte eingesetzt werden.
Führen Sie nun Ihre Experimente unter Einsatz unterschiedlicher LFO-Wellenformen fort. Achten Sie
insbesondere darauf, dass minimale Modulationsintensitäten je nach Wellenform und Modulation-
sziel (etwa: S&G +1 auf OSC 1 oder 2) nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr bewusst gehört wer-
den, dem Klang jedoch eine spürbare Vitalität verleihen. Gerade in derlei Minimalmodulationen liegt
das Geheimnis vieler guter Klangeinstellungen.
Wie Sie möglicherweise schon bemerkt haben, sind die LFOs des Virus polyphon ausgelegt: Wenn
mehrere Noten gleichzeitig klingen, werden sie durch jeweils eigene LFOs gesteuert, die zudem
leicht variierende Geschwindigkeiten aufweisen, was insbesondere der Lebendigkeit gehaltener
Akkorde stark zugute kommt. Um den Effekt zu verstärken, können Sie die Funktion KEY FOLLOW
im LFO-EDIT-Menü aktivieren. Diese Funktion ermöglicht es, die Geschwindigkeit des LFOs durch
die Tonhöhe, genauer gesagt: durch die MIDI-Notennummer, zu steuern, so dass höhere Noten eine
größere LFO-Geschwindigkeit erzielen, mehrere gleichzeitig gehaltene Noten also deutlich unter-
schiedliche periodische Prozesse aller Art aufweisen können.
Neben ihrer üblichen Funktion als “Low Frequency Oscillator” lassen sich LFO 1 und 2 auch als
zusätzliche kleine Hüllkurven verwenden. Wenn man ENV MODE aktiviert, dann wird die eingestellte
LFO-Wellenform beim Anschlagen des Tons nicht mehr periodisch, sondern nur einmal durch-
fahren. Außerdem wird die Auslenkung des LFOs von bipolar (um den Nullpunkt herum) auf unipolar
(von Null ausschließlich in eine Richtung) umgeschaltet. Bitte beachten Sie, dass dies nur die Bewe-
gungsrichtung des LFOs betrifft; die Modulationsintensität lässt sich nach wie vor im bipolaren
Bereich einstellen. So kann man mit der Sägezahnwelle eine Rampe erzeugen, wobei über die
Polarität der jeweiligen AMOUNTs wählen kann, ob die Rampe auf- oder absteigen soll. Mit dem
Parameter LFO Curve im LFO-EDIT-Menü kann man der Rampe einen exponentiellen Verlauf geben.
Wählt man als Wellenform die Dreieckswelle, so erhält man eine aufsteigende Phase (Attack) und
eine absteigende Phase (Decay). Das zeitliche Verhältnis zwischen Attack und Decay kann ebenfalls
mit dem Parameter LFO Curve im eingestellt werden. Die absolute Geschwindigkeit der Hüllkurven-
bewegung wird mit dem LFO RATE Regler bestimmt.
erzeugt lediglich zu Notenbeginn einen einzigen Zufallswert (RATE ist in diesem Zusammenhang
ohne Bedeutung); S&G arbeitet genauso, jedoch ist hier der RATE-Wert wesentlich, denn er bes-
timmt die Gleitgeschwindigkeit vom letzten auf den neuen Zufallswert.
S&G
(Abk. für: Sample and Glide) ist eine kontinuierliche Zufallsmodulation; die
Zufallswerte gleiten hier stufenlos ineinander, und auch die Geschwindig-
keit des Verlaufs variiert zufällig um den durch RATE festgelegten Wert
herum.
Wert Beschreibung