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312
Wählen Sie am Virus den Werksound C126 – Init –. Drehen Sie den Detune auf den Wert 7, um die
Oszillatorschwebung in eine langsame Modulation zu wandeln, dann klingt es am interessantesten.
Spielen Sie nun ein paar Dur-Akkorde (oder immer einen C-Dur-Akkord) und variieren Sie den
Parameter PureTuning Intensity.
In der Stellung 127 ist PureTuning voll aktiv: Der Akkord ist rein gestimmt und ohne Schwebung,
und mag vielleicht ein wenig ungewohnt klingen. Er klingt allerdings sehr „geradeaus“ und korrekt.
In der Stellung 0 ist PureTuning ausgeschaltet: Der Akkord hat eine Schwebung und klingt beim
mehrmaligen Vergleich ebenfalls ungewohnt. Er scheint eigentümlich „nach oben“ gestimmt, nicht
ganz sauber, und leicht „zerfallen“ – gegenüber der Stellung 127.
Erstaunlicherweise ist dies die temperierte Stimmung, die wir das ganze Leben gehört haben – der
Kompromiss!
Jetzt verstärken wir diesen Effekt noch: Drehen Sie Distortion Intensity auf „Hard“ (Die Verzerrung in
der Effektsektion – nicht in der Filtersektion!) Diese Verzerrung nimmt die Wahrnehmung im Ohr vor-
weg, indem sie die Töne miteinander verzerrt, wie bei einem Gitarrenverstärker. Die Dur-Akkorde
klingen nun schön schmutzig, in hohen Lagen allerdings etwas nervig. Erhöht man nun das Pure-
Tuning, so verschwindet dieser Schmutz am Ende der Scala, da die Töne jetzt rein gestimmt sind
und in einem einfachen Frequenzverhältnis stehen.
Den Erzeuger des Schmutzes lässt sich ganz leicht ausmachen: Drehen Sie PureTuning auf Null und
spielen sie die Töne C und G gemeinsam: Klingt sauber. Das ist ein Power-Cord, wie die Gitarristen
ihn durch die stärkste Verzerrung spielen. Fügen sie nun das E hinzu: Da ist die Unsauberkeit. Die
Terz ist offensichtlich weit entfernt von der reinen Stimmung (siehe Theorie-Teil). Drehen sie nun
PureTuning auf; Man hört, wie die Terz (das E) gestimmt wird.
Wenn man die Akkorde sehr hoch spielt, dann kann man durch die Verzerrung sehr schön den klein-
sten gemeinsamen Nenner der Akkorde hören: Die Subharmonische – ein tiefer Ton, der eigentlich
nicht gespielt wurde. Er entspricht dem Grundton des gespielten Akkords.
Sollte Ihnen bei vollem PureTuning der Klang zu steril vorkommen, dann liegt das selbstverständlich
an den fehlenden Schwebungen. Drehen Sie den Detune-Regler wieder auf, oder schalten Sie den
Unison-Mode ein, um den Klang voller zu gestalten. Schwebungen und Klangfülle sollten aus dem
Klang selbst kommen, nicht aber durch schlecht gestimmte Akkord-Strukturen.
So entsteht auch der monumentale Klang eines Sinfonie-Orchesters: Die Klangfülle ist abhängig
von der Zahl der Musiker, nicht jedoch von der Komplexität der Harmonien.
PureTuning arbeitet problemlos mit Dur-Akkorden und Dur-Sept-Akkorden. Moll-Akkorde sind auf
Grund der Physik nicht so problemlos, und klingen auch nicht so sauber. Jedoch ist PureTuning
auch hier erfolgreich, da die Subharmonische sauber herausgearbeitet wird.

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