Dynamikumfang
Für den Dynamikumfang hat die Blackmagic Micro Studio Camera4KG2 drei Einstellungen:
Video Die „Video“-Einstellung ist perfekt für live geschaltete Sendungen und
ermöglicht schnelleres Arbeiten. Es wird ein hochkontrastiger Look
aufgezeichnet, der für die direkte Auslieferung oder minimale Nachbearbeitung
geeignet ist.
„Video“ verwendet den Farbraum Rec.709 und bietet 6 über Neutralgrau
hinausgehende Blendenstufen sowie 3 weitere Blendenstufen in den
Glanzlichtern. Eine gute Option für einen präzisen Ausgangspunkt und Material
mit einer gefälligen Gamma-Kurve.
Extended Video Der „Extended Video“-Modus beruht auf dem Farbraum Blackmagic Wide
Gamut und wendet Kontrast und Sättigung an. Die augenfälligsten Unterschiede
zum „Video“-Modus sind die geringere Sättigung der Grün-Magenta-Achse,
charakteristisch für Analogfilm, und das sogar noch stärker als in „Video“
ausgeprägte Highlight-Rolloff, das die Highlights stärker entsättigt. Die flachere
Gamma-Kurve in „Extended Video“ bewirkt eine geringere Sättigung.
Film Im „Film“-Modus wird Video unter Anwendung einer Log-Kurve aufgezeichnet.
So können Sie den höchsten Dynamikumfang bewahren und maximale Daten
in Ihrem Videosignal aufzeichnen. Dies ermöglicht den optimalen Einsatz von
Farbkorrektursoftwares wie DaVinci Resolve.
BlackmagicRAW
Die Blackmagic Micro Studio Camera4KG2 unterstützt das Blackmagic-RAW-Dateiformat. Das Format
liefert eine überragende Bildqualität und einen breiten Dynamikumfang in zahlreichen
Kompressionsverhältnissen. Mit BlackmagicRAW genießt man alle Anwendervorteile von RAW-
Aufzeichnungen. Da die Verarbeitung größtenteils in der Kamera stattfindet und die Hardware von der
Kamera selbst beschleunigt wird, sind die Dateien sehr schnell zu handhaben.
BlackmagicRAW bietet ebenfalls umfangreichen Metadaten-Support, sodass die Software, die die
Dateien liest, Ihre Kameraeinstellungen gleich miterfasst. Wenn Sie vorzugsweise in „Video“-Gamma
drehen, weil Sie schnell schneiden müssen und keine Zeit für Farbkorrekturen haben, eröffnet Ihnen die
Metadaten-Feature eine neue Option. Sie können wie gehabt „Video“-Gamma auswählen und in
„Video“-Gamma filmen. Beim späteren Öffnen der Datei in einer Software wird sie dann mit
angewendetem „Video“-Gamma dargestellt. Unter all den aufgenommenen Daten enthält diese Datei
aber auch „Film“-Gammadaten. Die Datei wird nur deshalb in „Video“-Gamma angezeigt, weil die darin
enthaltenen Metadaten die Software instruieren, „Video“-Gamma anzuzeigen.
Möchten Sie Ihre Bilder später doch farbkorrigieren, verfügen Sie dank der in der Datei bewahrten
Daten über den gesamten „Film“-Dynamikumfang. Da die Videoüberpegel Ihrer Bilder in den Weiß- und
Schwarztönen nicht hart abgeschnitten werden, reicht das vorhandene Detail, um all Ihren Bildern durch
Colorgrading einen filmischen Look zu verleihen. Kein Problem, wenn Ihnen die Zeit fürs Grading fehlt,
da die Bilder mit dem angewendeten „Video“-Gamma ohnehin wie reguläre Videokamerabilder
aussehen. Ihre beim Dreh getroffene Entscheidung ist nicht endgültig, da Sie sie später in der
Postproduktion revidieren können. Blackmagic-RAW-Dateien sind extrem schnell und der Codec ist für
den Einsatz von CPUs und GPUs mit Ihrem Computer optimiert. Das sorgt für eine schnelle,
geschmeidige Wiedergabe ohne Hardware-Decoder, die sonst bei der Verwendung auf Laptops
erforderlich sind. Software, die BlackmagicRAW lesen kann, bietet den zusätzlichen Vorteil der
Verarbeitung mit Apple Metal, Nvidia CUDA oder OpenCL.
So lassen sich Blackmagic-RAW-Dateien auf den meisten Rechnern bei normaler Videodatei-
Geschwindigkeit abspielen, ohne dass man sie zunächst cachen oder ihre Auflösung reduzieren muss.
Wissenswert ist auch, dass in den Metadaten für jedes Einzelbild die objektivbezogenen Daten mit
aufgezeichnet werden. Beispiel: Alle im Laufe eines Clips an kompatiblen Objektiven vorgenommenen
Änderungen der Zoomstellung oder Fokussierung werden für jeden einzelnen Frame in den Metadaten
der Blackmagic-RAW-Datei gespeichert.
447Einstellungen